Dienstag, 26. September 2017

BILDChronik unserer BereitschaftBILD


Chronik der Bereitschaft Stuttgart 8 des Deutschen Roten Kreuzes

Am 14. Juli 1902 ereignete sich beim Güterbahnhof in Untertürkheim ein Unfall, bei dem eine Person schwer verletzt wurde. Der Untertürkheimer Arzt Dr. med. Gustav Klopfer wurde zu Hilfe gerufen. Er erkannte dabei die Notwendigkeit, bei zukünftigen Unglücksfällen eine rasche und vor allem richtige Versorgung von Verletzten sicherzustellen. Deshalb rief er schon am nächsten Tag in der Untertürkheimer Zeitung zur Gründung einer freiwilligen Sanitätskolonne auf.
Dort heißt es: "Aufruf an die verehrliche Einwohnerschaft. Dringend veranlasst durch die Beobachtungen an der sehr freundlichen Bethätigung seitens der Kollegen und anderer Laienelemente bei dem gestrigen Unglücksfall möchte ich es für sehr wohl angezeigt erachten, beherzte junge Männer aus der Bürgerschaft in freundlicher Weise aufzufordern, Hand in Hand mit mir eine tüchtige freiwillige Sanitätskolonne zu gründen, wie solche an anderen, insbesondere Eisenbahn- und Industrieorten, selbst nicht von der Bedeutung Untertürkheims, schon längst entstanden sind. ..."BILD

Diesem Aufruf folgten spontan ungefähr zwanzig Untertürkheimer Bürger, so dass die Kolonne bereits am 29. Juli 1902 gegründet werden konnte. Zum Kolonnenführer wurde der Friseur Carl Klingler gewählt, und Dr. med. Gustav Klopfer begann mit der fachlichen Ausbildung der Kolonne, die im August 1902 schon über 40 Mitglieder hatte. Die Ausbildungsabende wurden zunächst in der "alten Schule" (Widdersteinschule), dann in der Wilhelmschule, später im Feuerwehrmagazin und ab 1912 in der Lindenschule abgehalten. Im Jahr 1903, zum 25-jährigen Jubiläum der freiwilligen Feuerwehr Untertürkheim, erhielten die Mitglieder der Sanitätskolonne von dieser Uniformen, denn bis 1906 bildete die Kolonne einen selbständigen Zug der Feuerwehr. Eine fahrbare Trage war im Feuerwehrmagazin stationiert. Nach einer Aufnahmeprüfung wurde die Kolonne im Jahr 1905 in den Württembergischen Landesverein des Roten Kreuzes aufgenommen und trug von nun an die Bezeichnung "XIX. freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz".

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In den Gründerjahren taten sich die Untertürkheimer Rot-Kreuz-Helfer mit ihrer selbst gewählten Aufgabe noch etwas schwer. Der Grund dafür lag in der nicht ausreichenden Ausstattung. So mussten bis zum Jahr 1905 Kranke oder Verletzte vorwiegend auf der oben schon erwähnten Trage, die auf zwei Rädern montiert war, in die Krankenhäuser gebracht werden. Von da an wurde die Pferdedroschke des Obsthändlers David Glaser für die jeweiligen Transporte umgebaut. Im Jahr 1907 übernahm Dr. med. Emil Maier die ärztliche Leitung der Kolonne.

Im ersten Weltkrieg wurden die älteren Kolonnenmitglieder, die nicht zum Militär eingezogen wurden, auf dem Güterbahnhof und im Hauptbahnhof Stuttgart für die Versorgung Verwundeter eingesetzt. Unter den als Sanitätssoldaten eingesetzten Mitgliedern der Untertürkheimer Kolonne forderte dieser Krieg fünf Opfer.
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Truppenbetreuung 1914/18 am Güter-/Verladebahnhof

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Um 1915 am Güterbahnhof

Nach dem ersten Weltkrieg formierte sich die Kolonne unter Carl Klingler neu und erstand im Juli 1919 einen ausgedienten Kriegssanka. Dieser Sanitätswagen, der der erste in ganz Stuttgart war, wurde von Rudolf Haug, dem "Mineralwasser-Haug" gefahren und hatte schon bald über 300 Einsätze im Jahr. So auch bei dem schweren Eisenbahnunglück zwischen dem Viadukt in Münster und der Station Ebitzweg, am 14.11.1923, wo auch die Untertürkheimer Sanitätskolonne eingesetzt wurde.BILD
Rudolf Haug "Mineralwasser-Haug"

Der Vorstand im Jahr 1920. In der Mitte Dr. Maier

In den Jahren 1924 bis 1926 hatte man in Untertürkheim eine komplette Taucherausrüstung. Es handelte sich um einen sogenannten "Dräger-Tauchretter", der für eine Tiefe bis zu 40 Meter verwendet werden konnte und war die einzige Ausrüstung dieser Art in Württemberg. Der Sanitäter, der mit diesem Gerät zum Einsatz kam, erhielt eine Spezialausbildung in Wilhelmshaven. Bei einer solchen Rettungsaktion wurde eine große Anzahl von Hilfspersonal benötigt, so dass sowohl die Untertürkheimer Sanitäter, als auch ihre Kameraden von der benachbarten Cannstatter Kolonne hierfür im Gasthaus Mönchskeller ausgebildet wurden. Erst als sich die Stuttgarter Feuerwehr ähnliche Geräte beschaffte, wurde die Taucherausrüstung nach Friedrichshafen weitergegeben.
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Gruppenbild 1923
1927, zum 25-jährigen Bestehen der Kolonne, wurde ein modernerer Krankenwagen angeschafft. Er wurde abwechselnd von Rudolf Haug und Peter Meyer gefahren und war unter der Rufnummer 30 328 zu erreichen.

Bei ihrem Jubiläum bestand die Kolonne aus 29 Mann und hatte neben Decken und 6 Tragen einen Tragstuhl und einen Krankenfahrstuhl sowie zwei große Verbandskästen. Im Hof der Lindenschule wurde eine große Sanitätsübung durchgeführt.
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Sanka mit Peter Maier

In diesen Jahren fanden die Untertürkheimer Sanitäter auch eine eigene Unterkunft. Es war ein alter Eisenbahnwagen, der auf dem Kelterplatz stand. Er war in zwei Räume aufgeteilt, wurde als Ausbildungsstätte benutzt und war von 1928 bis 1933 als Unfallhilfsstelle Tag und Nacht mit zwei Helfern besetzt. Bald wurde er zu einer bekannten Einrichtung in Untertürkheim, die rege in Anspruch genommen wurde. Die Sanitäter aus Untertürkheim hatten die Notwendigkeit einer zentralen Rettungswache erkannt, und wenn auch die praktische Ausführung mit vielen Schwierigkeiten verbunden war, so blieb die Idee doch zukunftsweisend.BILD
Unfallhilfsstelle auf dem Kelterplatz - ein Eisenbahnwagen
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In der Unfallhilfsstelle
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Carl Klingler 1932

Im Jahr 1933 übernahm der Drogist Eugen Ulmer das Amt des Kolonnenführers und Dr. med. Stefan Sedlaczek wurde Nachfolger von Dr. med. Emil Maier als Kolonnenarzt. Bis zum zweiten Weltkrieg bildete die Kolonne den VI. Zug der freiwilligen Feuerwehr. Im Zuge der Gleichschaltung wurde 1933 der damals mitgliederstärkere Arbeiter-Samariter-Bund verboten. Die Mitglieder der Untertürkheimer ASB-Kolonne, die im Jahr 1912 gegründet wurde, traten vollständig der Rot-Kreuz-Kolonne bei. Die ASB-Mitglieder aus Obertürkheim gründeten im Jahr 1933, angeregt durch den Friseur und "approbierten Bader" Georg Hoffmann die Rot-Kreuz-Gruppe Obertürkheim, die etwa 45 Mitglieder, darunter 25 Frauen, hatte und der Kolonne Untertürkheim/Rotenberg angeschlossen wurde. Kolonnenführer in Obertürkheim war der Oberlehrer Schneider und als Kolonnenarzt waren Dr. med. Hägele und später Dr. med. Richard Lumpp tätig.

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Gruppenbild 1933

Zum Teil schon 1938, hauptsächlich aber am 26.8.1939 wurde der größte Teil der Mitglieder der Rot-Kreuz-Kolonnen zu Sanitätseinheiten der Wehrmacht eingezogen, d.h. eigentlich noch vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Viele der Untertürkheimer Sanitäter fanden sich dann, zusammen mit ihren Kameraden der anderen Stuttgarter Kolonnen, in der Sanitätskompanie Nr. 215 wieder, die in Russland eingesetzt wurde. Nahezu alle dort eingesetzten Mitglieder der Untertürkheimer Kolonne sind gefallen.

Aufgrund des strengen Winters 1941/42 wurden die Rot-Kreuz-Gemeinschaften zum "Freiwilligen Ost-Einsatz" aufgerufen. Ihre Aufgabe bestand in der Betreuung von Verwundeten, die mit Güterwagen von den Kriegslazaretten hinter der Front bis nach Lemberg transportiert wurden. Ein Sanitäter hatte damals bis zu 4 Güterwagen mit je 25 Verwundeten, die vor allem auch sehr schwere Erfrierungen aufwiesen, zu versorgen. Die nicht zum Militär eingezogenen Mitglieder der Kolonne wurden während der Bombenangriffe auf Stuttgart auch in der Innenstadt eingesetzt. Sie sammelten sich in der Widdersteinschule und wurden auf Lastwagen nach Stuttgart verbracht. Unter anderem halfen sie bei der Evakuierung von Krankenhäusern, wie z.B. Ludwigsspital, Wilhelmsspital und Marienhospital.

Nach dem Krieg fiel dem neuen Kolonnenleiter Karl Wolz die gewiss nicht leichte Aufgabe zu, die Arbeit der DRK-Gruppe neu zu beleben. Die örtliche Kolonne wurde damals mit Hedelfingen und Wangen zur "Bereitschaft 8 (Neckarvororte)" zusammengeschlossen. Nach dem Tode seines Vaters übernahm Dr. med. Giszlen Sedlaczek im Jahr 1949 das Amt des Bereitschaftsarztes. 1952 fanden die Sanitäter aus Untertürkheim wieder eine Unterkunft im Feuerwehrmagazin in der Hindelanger Strasse. Das Material wurde aus dem unzureichenden Lager in der Lindenschule auf den Dachboden des Magazins gebracht. Die Bereitschaftsmitglieder waren froh, den Unterrichtsraum der Feuerwehr mitbenutzen zu können, der unmittelbar neben dem Wäschetrockenplatz der Wäscherei Weber lag. So manchen Winter saß man dort im Mantel da, denn die Heizung war völlig unzulänglich, was im Sommer durch brütende Hitze ausgeglichen wurde. Nach den Ausbildungsabenden suchte man daher Zuflucht im Speisehaus Warth, direkt neben dem Feuerwehrmagazin, wo die Bereitschaftsmitglieder auch zu später Stunde noch mit warmen Brezeln und selbstgebackenem Kuchen verwöhnt wurden.

1953 erfolgte die Gründung der Bereitschaft Hedelfingen-Wangen, wodurch die Untertürkheimer Sanitäter einige Mitglieder verloren. Zu dieser Zeit gab es für 8 weibliche Bereitschaftsmitglieder sogar eine Bereitschaftsführerin. Es war Else Sedlaczek, die Frau des ehemaligen Bereitschaftsarztes Dr. med. Stefan Sedlaczek. Bereitschaftsführer wurde Peter Meyer, den Untertürkheimer Bürgern auch durch seine jahrelange Tätigkeit in der Sanitätsstation des Inselbades bekannt, die der "Sanitätspeter" erst aufgab, als ihn gesundheitliche Gründe 1968 dazu zwangen.
Im Jahr 1954 konnten einige Materialanschaffungen getätigt werden. Unter anderem verfügte die Untertürkheimer Bereitschaft damals über einen Pulmotor, ein Gerät zur automatischen Beatmung von Verletzten, zwei Inhalationsgeräte, einen Zweiatmer sowie über ein großes und ein kleines Verbandszelt. Diese kamen besonders beim alljährlichen Solituderennen zum Einsatz, das damals ganz Stuttgart mobilisierte und das von der örtlichen Bereitschaft mitbetreut wurde. Der Materialtransport erfolgte mit Fahrzeugen der Firma Glemser ("Wäschpressles-Glemser")BILD
und Daimler-Benz, da die Bereitschaft damals über keine eigenen Fahrzeuge verfügte. Der gemeinsame Dienst auf der Solitude förderte vor allem die Kameradschaft unter den Mitgliedern, denn er ging angefangen vom Training am Freitag über ein ganzes Wochenende und forderte die Sanitäter bei oftmals schweren Verletzungen. So stürzte bei einem der Rennen eine Tribüne ein und begrub einige der Zuschauer unter sich. Andererseits wurde auch einmal ein freudiges Ereignis aus dem kleinen Verbandszelt gemeldet: Ein kleiner Stuttgarter Bürger hatte das Licht der Welt erblickt.

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Nicht nur zum Bedauern der Bereitschaftsmitglieder wurden die Solituderennen 1965 aufgegeben und die Tätigkeit der Bereitschaft konzentrierte sich daher stärker auf die anderen Sanitätsdienste und die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe. Dadurch wuchs auch die Zahl der Mitglieder ständig. 1955 unternahm man einen Ausflug ins Saarland, das damals noch Ausland war. Mit den Teilnehmern an Erste-Hilfe-Kursen besuchte man die Anatomie in Homburg, was bei allen ein so freudiges Echo fand, dass in den folgenden Jahren auch die Universitäten Würzburg, Heidelberg, Erlangen, Freiburg, München und Tübingen aufgesucht wurden, und die Sanitäter so ihre theoretischen Kenntnisse erweitern konnten.
1956 konnten die inzwischen 70 ehrenamtlich tätigen Sanitäter für ihre Obertürkheimer Gruppe ein kleines Bereitschaftsheim in Obertürkheim in der Uhlbacher Straße einweihen, wo in der Folgezeit auch Erste-Hilfe-Kurse abgehalten wurden. Zu dieser Zeit hatten die Rot-Kreuz-Helfer aus Untertürkheim einige ihrer Geräte, wie ein Sauerstoffgerät und Instrumente zur Magenspülung auf der Polizeiwache in Untertürkheim deponiert, um sie bei Bedarf den Untertürkheimer Ärzten zur Verfügung zu stellen.
1957 gab Peter Meyer die Bereitschaftsleitung an Paul Elsäßer ab, im Jahr zuvor trat mit Dr. med. Otto Bubeck auch ein Uhlbacher Arzt der Bereitschaft bei, der sich, wie Dr. med. Giszlen Sedlaczek in Untertürkheim, lange Jahre um eine gute Ausbildung der Bevölkerung in Erste Hilfe verdient gemacht hat. Wenig später wurden jährliche Altennachmittage eingeführt, an denen ältere Mitbürger aus dem Einzugsgebiet der Bereitschaft mit Kaffee, Kuchen und Wein bewirtet wurden. Auch für den unterhaltsamen Teil sorgten die Mitglieder der Bereitschaft selbst. Es wurden Theaterstücke einstudiert und Gedichtvorträge verfasst.
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"Alten-Nachmittag" 1964
BILDUnter Bereitschaftsleiter Gerd Schmid widmete sich die Bereitschaft verstärkt den Blutspendeterminen. In der Lindenschule wurden Feldbetten und ein Imbiss vorbereitet und so konnte das Personal der DRK-Blutspendezentrale aus Baden-Baden bei dem guten Zulauf von Spendewilligen aus der Bevölkerung stets seinen Bedarf an Blutkonserven rasch und reibungslos auffüllen.

Im Laufe der Jahre zeigte sich immer stärker die Unzulänglichkeit der Bereitschaftsräume. Das Material konnte nicht sachgemäß gelagert werden und trotz der Gastfreundschaft der Feuerwehr wurde die Unterkunft doch mehr und mehr als behelfsmäßig empfunden. So sahen sich die Untertürkheimer Sanitäter nach neuen Räumlichkeiten um, die im Gebäude der ehemaligen Württembergischen Zentralgenossenschaft in der Strümpfelbacher Straße 42 gefunden wurden. Unter Bereitschaftsführer Erdmann Kurrle begann man 1968 mit dem Umbau der Räume. Viele Feierabendstunden wurden von den Bereitschaftsmitgliedern geopfert, denn die Dienste auf Sportplätzen und bei anderen Veranstaltungen am Wochenende konnten ja nicht eingeschränkt werden und liefen ohne Unterbrechung weiter. Im Oktober 1969 konnte dann das neue Bereitschaftsheim, das nun auch über eine eigene Küche verfügte eingeweiht und im November der Untertürkheimer Bevölkerung vorgestellt werden.

Endlich konnte man nach den Erste-Hilfe-Kursen mit den Teilnehmern noch gemütlich zusammensitzen, denn die Wilhelmschule, in der die Kurse bis zu diesem Zeitpunkt abgehalten wurden, war stets unmittelbar nach Kursende zu räumen. Das Material konnte nun sachgemäß und übersichtlich gelagert werden, wenn es auch bei einem Einsatz viele steile Stufen mit schweren Kisten und Geräten zu überwinden galt. Dies zeigt sich besonders beim alljährlichen "Sauessen", einer Großübung, bei der so ziemlich der ganze Materialbestand verladen werden muss. Im Sommer 1964 führte die Bereitschaft erstmals eine solche Übung in Kohlstetten auf der Schwäbischen Alb durch, wobei beide, Übung und Sau, so wohl gerieten, dass das Sauessen inzwischen traditionell in jedem Jahr zwei- oder dreitägig abgehalten wird. Dazu werden alle Bereitschaftsmitglieder und ihre Angehörigen geladen, in den Sanitätszelten untergebracht und aus der mobilen Küche versorgt.

1973 gab Erdmann Kurrle die Bereitschaftsleitung an Herbert Baitinger ab. 1976 stellte der Kreisverein Stuttgart des DRK der örtlichen Bereitschaft einen vorher für den Transport behinderter Kinder verwendeten VW-Bus zur Verfügung. Für diesen konnte nach langem Suchen eine Garage im Lagerhaus der Rotenberger Bank gefunden werden. Im Jahr 1978 konnte die Bereitschaft einen weiteren VW-Bus übernehmen und beide Fahrzeuge mit einer Notfallausrüstung für Ärzte und Sanitäter ausstatten. 1979 wurde der Fuhrpark durch einen Anhänger komplettiert, mit dem sperriges Material wie Verbandszelte, Feldbetten, Notstromaggregat usw. transportiert werden können.

Im Jahr 1978 wurde das 75-jährige Jubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass wurde ein Ausflug an die Mosel veranstaltet. Beim gemütlichen Zusammensein das alle Mitglieder am Abend vereinte, stellte sich dann heraus, dass dieses Jubiläum ein Jahr zu spät begangen wurde, denn die Sanitätskolonne wurde ja bereits 1902 gegründet. Hier irrte also der Chronist, was der Freude und der fröhlichen Stimmung jedoch keinen Abbruch tat.
So wurde auch die Schauübung für die Untertürkheimer Bevölkerung wie geplant durchführt. Im und vor dem alten Postgebäude konnte man die Bergung von geschminkten Verletzten und die anschließende fachgerechte Versorgung bis zum Abtransport aus der Nähe betrachten. Außerdem gab es Informationszelte über die vielen humanitären Aufgaben des Roten Kreuzes, über Ausbildung und realistische Unfalldarstellung. Sehr regen Gebrauch machte die Bevölkerung von der Möglichkeit, sich den Blutdruck überprüfen zu lassen. So wurde die Veranstaltung trotz der "Verspätung" zu einem vollen Erfolg.
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Gruppenbild 1978

Im Jahr 1980 begann man mit der Renovierung des Bereitschaftheims, die weitgehend in Eigenleistung durchgeführt wurde und durch die der Bereitschaftsraum den steigenden Ansprüchen an einen modernen Lehrsaal angepasst wurde.

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Durch die Möglichkeit, sich vom Wehrdienst für die Mitarbeit im Katastrophenschutz freistellen zu lassen, stieg die Mitgliederzahl merklich an. So konnte man dem wachsenden Bedarf an Sanitätsdiensten stets gerecht werden.
Neben der Mitarbeit im Katastrophenschutz und im Unfallrettungsdienst bildeten Sanitätsdienste im Inselbad, bei den Untertürkheimer Sportvereinen und vor allem im Neckarstadion (heute Mercedes-Benz Arena) Schwerpunkte. Neben den Bundesligaspielen des VfB Stuttgart waren die Fussballweltmeisterschaft 1974, das Open-Air-Konzert der Rolling Stones 1976, die Leichtathletikweltmeisterschaft 1993 besondere Ereignisse. Auch bei den vielfältigen Veranstaltungen in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle leistete die Bereitschaft bis 1995 Sanitätsdienste.
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1994 übernahm Michael Hack die Bereitschaftsleitung. Die Internet-Präsenz der Bereitschaft wurde begründet, die Fahrzeuge der Bereitschaft konnten jetzt im selben Gebäude, in dem sich das Bereitschaftsheim befindet, untergebracht werden. Der technische Fortschritt im Rettungswesen erforderte eine Modernisierung der Ausrüstung der Bereitschaft. Unter anderem wurden neue Funktgeräte, ein Defibrillator, diverse Notfallkoffer und neue Einsatztaschen bzw. Sanitätsrucksäcke angeschafft.